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Samstag, 16. Februar 2008

Chaoze One feat. Lotta C. - Edelweißpiraten (Lyrics)

Da sich der Songtext nirgends korrekt finden lässt, veröffentliche ich ihn hier mal.

"Der anständige Deutsche ist für Ordnung, Sauberkeit, klare überschabare Verhältnisse - auch in der Volkszugehörigkeit. Dem unanständigem Deutschen ist zunächst mal egal, dass er Deutscher ist."

Refrain: Wenn Revolverschüsse blitzen und die Hitlerjungen flitzen
und Edelweißpiraten hintendrein
was kann das Leben uns denn noch geben?
wir wollen frei von Hitler sein

Lotta C: gebeugt sitzt er vor mir streicht sein schütteres Haar
- bitte sagte ich, erzähl mal wie es früher war
hast du aus Angst gehandelt, was war dein Antrieb?
vor allem will ich verstehn wie das mit den Waffen anfing
den Schleier der Zeit schiebt er mit der Hand fort
du fragst viel, er lächelt ich versuch mal die Antwort
seine Stimme zittert als er zu sprechen beginnt
ich hab dafür gekämpft, dass uns're Taten nicht vergessen sind
- wir waren nicht viele, hatten keine Armee
erst trafen wir uns nur als Rebelljugend am See
doch die Zeiten wurden andere - die Gefahr wuchs
wir ham' die HJ vermöbelt, die bekam dann SA-Schutz
wir waren fast noch Kinder mit tragischem Mut
wir hassten das Gefasel von arischem Blut
wir griffen ein und wollten bei 'ner Gelegenheit nie warten
waren Kämpfer der Straßen, Edelweißpiraten.

Chaoze One: Denunzianten überwachen jedes Wort das ich hier spreche
und verraten wer nicht arisch ist an jedem Ort im Städtchen
draußen weht die rote Fahne mit dem Hakenkreuz im Kreis
mein sogenanntes Vaterland ist Nazideutsches Reich
eure Freiheit für die Herrenrasse heißt für mich das Gegenteil
weiß mein Lebenswandel kürzt auch meine Lebenszeit
sie henkten meine Freunde, denk an Barthel oder Hans
wir verloren nie den Krieg, verloren ham' wir nur den Kampf
bleiben treu und widerständisch, wir sind Edelweißpiraten
ich kann die Regentage nicht auf Lebenszeit ertragen
klaue Lebensmittelmarken und lass' Züge entgleisen
und hoff', dass die Aktionen andern Flügel verleihen
hebe nie den rechten Arm, ich schrei' kein Sieg und salutier nicht
Köpfe rollen nach dem Krieg und so lange sabotier ich
Wort drauf, Wort drauf
Edelweißpraten sind treu

Refrain (2x)

Lotta C: wir schweigen als er seine Geschichte beendet
mit der er das Band knüpft das Geschicke verbindet
Deutschland schwafelt von Bomben auf Dresden und Leipzig
ist sich keiner Schuld bewusst, man nennt ihn seit '33
Volksverräter, Saboteur dankt ihm mit Hass
sein Widerstand wird diffamiert, weil nicht ins Bild passt
wofür er steht und kämpfte, es wird nie leise sterben
solang ich das Edelweiß trag' bin ich seine Erbin
sing die gleichen Lieder in dies'n Jahren wie heut'
Rio de Janeiro ahoi caballero, Edelweißpiraten sind treu

Chaoze One: die Regierung bemüht sich beim Vergessen zu helfen
und verdrängt die Geschichten der vergessenen Helden
sie nennt sie kriminell und geht hart ins Gericht
für sie wie für mich wie ein Schlag ins Gesicht
ich trag' es am Knick meiner Mütze zu jederzeit
schreib' euch ein Denkmal Piraten in Edelweiß
ich trag es mit Stolz und schrei' es für euch
Rio de Janeiro ahoi caballero, Edelweisspiraten sind treu.

Refrain (2x)

Dienstag, 11. Dezember 2007

Wort zum Dienstag

Der Neonazi von heute ist zehnmal so schuldig wie der von früher.

Arno Lustiger, deutsch-jüdischer Historiker und Schriftsteller, Interview in "Das Parlament", Ausgabe vom 31. Januar 2005

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Antisemitismus in Deutschland hat andere Standarts

Dass Deutschland ein Problem mit der Geschichtsschreibung hat, ist nichts neues. Auch, dass ähnliche Exzesse wie 1933 im "neuen" alten Deutschland passieren ist bekannt. Aber darum geht es garnicht. Es geht viel mehr um eine ungewollte Selbstironie seitens der bundesrepublikanischen Geschichtsschreibung.

Am 1. April 1933 veranlassten die Nationalsozialisten jüdische Geschäfte, Warenhäuser, Banken, Arzt-, Rechtsanwalts- und Notarspraxen zu boykottieren. Dabei wurden die Besitzer nicht nur wirtschaftlich sondern in der Regel auch körperlich geschädigt. Halt die Volksgemeinschaft bei ihrem Gemeinschaftsprojekt "Judenfrage" - kennt man ja. Symbol dieser Ausschreitungen wurde dieser Herr zur Rechten.

In einer Dokumentation im Geschichtsunterricht sagte der Sprecher zu Bildern vom Judenboykott am 1. April 1933:

Noch fühlte Hitler sich nicht stark genug dem Hass gegen Juden offen nachzugehen.

Ein Volk, welches zu fast 2/3 der Meinung ist, "dass den Deutschen auch heute noch die Verbrechen an den Juden vorgehalten werden" [1] muss sich natürlich irgendwie von der Schuld befreien. Da zählen lebende Juden natürlich wenig. Die kann man ja vernachlässigen. Getreu dem Motto: "Solange es keine systematische Vernichtung ist, ist alles im Lot." Es sei denn, die lebenden Juden sind Holocaustüberlebende und damit ein Indiz dafür, dass die deutsche Judenvernichtung nicht so schlimm gewesen sein kann. Diese Juden werden geschätzt und dienen letzlich dem selben Zwecke: Relativierung und Schuldabladung. Damit in Deutschland jemand Antisemitismus erkennt, müssen wohl schon Leichen her.

In diesem Fall macht sich der bundesrepublikanische Unterricht zugleich zum Handlanger der längst toten Nationalsozialisten. Indem sie diese antisemitischen Ausschreitungen leugnet bzw. als völlig normal ansieht, obwohl es sich - objektiv betrachtet - doch um sehr deutlich erkennbare antisemitische Ausschreitung handelte, findet eine eindeutige Überschneidung von nationalsozialistischem Antisemitismus und bundesrepublikanischem Unterricht statt.


[1] http://www.bundestag.de/dasparlament/2007/31/Beilage/003.html

Sonntag, 2. Dezember 2007

Von Hitler zu bin Laden

Deutsche können Amerika den Judenhass der Islamisten erklären, hatte David Gelernter vor sechs Jahren notiert und hinzugefügt: „… weil Deutschland seine Vergangenheit ernst nimmt.“ Heute erleben wir, dass der Antisemitismus der Hamas, der Hisbollah und des iranischen Regimes in Amerika zur Sprache kommt – in Deutschland aber nicht. Obwohl Irans Atompolitik den Nahen Osten in den Schatten eines nuklearen Holocaust zu stellen droht. Oder weil? Ist es gerade die Nähe zum historischen deutschen Verbrechen, die Erkenntnis und Einsicht blockiert? Die Frage, ob Deutschland die aus seiner Nazivergangenheit resultierenden Schlussfolgerungen gezogen hat, beantwortet sich nicht in Sonntagsreden, sondern konkret.

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Sonntag, 17. Juni 2007

Über Holocaust und Shoa

Gerade hatte ich im ICQ eine Diskussion darüber, dass ich doch bitte Shoa(h) statt Holocaust bzw. Holokaust schreiben solle, da Holocaust/Holokaust relativierend sei.

Laut Wikipedia bezeichnet das Wort Holocaust, auch Holokaust (von griechisch ὁλοκαύτωμα, holokáutoma: ὅλος holos - „ganz, vollständig“ - und καῦσις kausis - „Brand, Verbrennung“), vor allem den Völkermord an etwa sechs Millionen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus (auch Shoa genannt) sowie die systematische und massenhafte Ermordung mehrerer nichtjüdischer Gruppen:


  • von Roma, Sinti und Jenischen und weiteren sogenannten Zigeunern
  • von Behinderten
  • von Zeugen Jehovas
  • von Homosexuellen
  • von polnischen Intellektuellen
  • von sowjetischen Kriegsgefangenen und anderen, überwiegend slawischenVolksangehörigen
  • von schwarzen Deutschen


Das Wort Shoa (hebr. שואה, auch „Schoa“, „Shoah“ oder „Schoah“, deutsch: „Zerstörung“, „große Katastrophe“) ist die hebräische Bezeichnung für den systematischen Völkermord an etwa sechs Millionen (rund die Hälfte) der Juden und jüdischstämmigen Bevölkerung Europas unter der Herrschaft des Nationalsozialismus.

Auf der einen Seite stimme ich meinem Diskussionpartner zu, dass der Begriff Holocaust/Holokaust relativierend ist. Auf der anderen Seite, fasst der Begriff Schoa/Schoah zwar die jüdischen Opfer der Nazibarbarei, nicht aber die nicht-jüdischen.

Auf diesem Blog, verwende ich deßhalb beide Begriffe (inklusive ihre unterschiedlichen Schreibweisen) synonym. Ich halte es für wichtig alle Opfer des Naziterrors zu bennenen und dabei die Singularität nicht anzuzweifeln. Diesen Gefallen tut mir leider keiner der beiden Begriffe. Gemeint ist hier (mit beiden Begriffen) immer die systematische, industrielle und einzigartige Ermordung von Menschenleben.

Samstag, 16. Juni 2007

Der Deutschen ihre Geschichtsschreibung & dessen Lehre

Dieses Jahr hatte ich das Vergnügen an einer Vorstellung ganz besonderer Art teilzunehmen. Veranstaltungsort war ein deutsches Gymnasium, Zeit 10. Schuljahr und das Ganze all inklusive. Leider bin ich ein schreibfauler Mensch, wie euch liebe Leserinnen und Leser, sicher aufgefallen ist was mir sicher auch in diesem Artikel zum Verhängniss werden wird. Nichts desto trotz stelle ich hier den Versuch auf die größten Grausamkeiten dieses deutschen Schultheater-Spektakels grob zu skizzieren. Ich versuche dabei möglichst chronologisch vorzugehen.

Dass bei dem Ersten Weltkrieg um deutsche Soldaten und ihre Sterberate getrauert wird, während in Erzählungen meines Lehrers kein Platz für alliierte Opfer zu sein schien, störte mich noch verhältnismäßig wenig. Auch, als die von den alliierten durchgeführten Seeblockaden während des ersten Weltkrieges als Kriegsverbrechen verunglimpft wurde, nahm ich es noch relativ gelassen. Auch als unverhältnissmäßig lange über den Verlust deutschen Bodens geflennt wurde, nahm ich dies relativ unbedacht hin. Erst als der Versailler Friedensvertrag auch von meinem Lehrer als Schanddiktat bezeichnet wurde, begann ich wirklich zu reflektieren. Zu Beginn des Schuljahres war ich noch der Ansicht, dass je relativierender die Erzählung zum Ersten Weltkrieg sein mögen, desto besser würden sie zum Zweiten und dem Holokaust ausfallen. Dass sich diese Vermutung als falsch herausstellen würde ahnte ich noch nicht.

In der Weimarer Zeit, begann dann die staatliche Gleichsetzung von "Links" und "Rechts". Verwundert hat mich das nicht, teilweise kann ich dem sogar zustimmen (Stichwort: Querfront), wohl aber geärgert hat es mich da so auch AntfaschstInnen in kommunistischen/sozialistischen Gruppierungen mit FaschistInnen auf eine Stufe gestellt wurden. Kaum wurde auf den Antisemitismus dieser Zeit eingegangen, sowohl auf den von Rechts, wie auf den von Links. Eine weitere Sache störte mich ebenfalls bei der ganzen Debatte um die junge deutsche Republik: die peinliche Unterscheidung zwischen gutem Patriotismus, und bösen Nationalismus. Hier wurde überhaupt nicht erkannt, dass ersteres Grundlage für zweites ist; dass mensch nicht stolz auf ein Fleck Erde sein kann und vor allem, dass die Konstitution einer Nation immer auch einher geht mit der Abschottung nach außen, was gerade die Unterscheidung von gutem und bösen Bekenntniss zur Heimat als reine Haarspalterei erscheinen lässt.

Mit Beginn der Nazizeit bzw. der deutschen Geschichtsschreibung und Vermittlung dieser, fingen die Probleme aber erst richtig an. Kaum behandelt wurde die Zeit von 1933-1938, lediglich die Reichspogromnacht (des öfteren auch relativierend als Reichtskristallnacht bezeichnet) welche in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 stattfand wurde erwähnt. Keine Erwähnung fand der Holokaust im Geschichtsunterricht. Lediglich die Kennzeichnung der verschiedenen politischen und ethnischen Gruppen in den Konzentrationslagern wurde vermittelt. Das Thema wurde dafür im Religionsunterricht behandelt, was ein weitere große Probleme produziert. Zum einen nehmen nicht alle SchülerInnen am Religionsunterricht teil, zum anderem blieb der Holokaust dort im großen und ganzen auf das Verhalten der Kirche gegenüber der NS-Politik beschränkt. Untermauert wurde dies mit relativierenden und revisionistischen Dokumentationen von 1980 oder noch früher. In den letzten Stunden, wurde die erste brauchbare Dokumentation gezeigt in der ein ehemaliger KZ-Häftling von der deutschen Barbarei berichtete. Trotzdem wurde der Holokaust nicht annähernd als das analysiert was er war. Gänzlich fehlte eine Auseinandersetzung mit der Psyche der Deutschen und vor allem damit, warum der Holokaust in Deutschland und nicht in einem anderem Staat stattfand.

Im Geschichtsunterricht beschränkte sich das Themenfeld mit Vorliebe darauf den NS-Faschismus äquivalen zu italienischem, spanischem und russichem zu relativieren - anstatt auf die Unterschiede von deutschen Faschismus, dem Nationalsozialismus, und Faschismus im Allgemeinem einzugehen.
Ein weiteres beliebtes Thema waren die verlorenen deutsche Gebiete gewesen um den Angriffskrieg zweiter Weltkrieg mit ihrer Hilfe zu relativieren. Auf den Krieg an sich wurde auch sehr wenig eingegangen. Keiner angemessenen Erwähnung fanden beispielsweise die Verbrechen von Wehrmacht und SS, sowohl innerhalb wie außerhalb der deutschen Grenzen. Umsomehr bemühte sich mein Lehrer die Parallelen zwischen Stalinismus und Nationalsozialismus herauszustellen. Im Grunde ist das ein richtiger und wichtiger Aspekt, wenn darauf geachtet wird sie nicht gleichzusetzen. Was jedoch geschah.

Mein Lieblings Ärger-Thema während der ganzen Zeit bleibt jedoch das Verhalten der deutschen "Zivilbevölkerung". Während der ganzen Stunden, wurde der Eindruck erweckt Hitler, Himmler, Göring, Eichmann und natürlich der volksverführende Goebbels seien alleine an den Schäden der deutschen Untaten schuld. Als wären sie es gewesen, die fast die ganze Welt alleine erobert hatten, und sechs Millionen Menschen auf grausamste Weise um die Ecke brachten. Die deutsche "Zivilbevölkerung" wusste ganz genau was in den Konzentrationslagern geschah, sie wussten auch warum Krieg geführt wurde und mit welchen Verbrechen dies verbunden war. Anstatt diese wichtigen Erkenntnisse zu berücksichtigen und klarzustellen, kenne ich jetzt so zimlich jede Widerstandskämpferin und Widerstandskämpfer. Das erweckt natürlich fälschlicherweise die Vorstellung, dass jede und jeder gegen die Nazis gekämpft hat.

Mein persönlicher Höhepunkt bleibt jedoch die Gleichsetzung von Göring mit Sir Arthur Harris. Während der erste einen völkerrechtswidirgen Angriffskrieg gegen Unschuldige führte, half der zweite maßgeblich Deutschland und die Welt vom deutschen Faschismus freizubomben, wobei er gegen überwiegend Schuldige vorging.

Was ich am meisten an diesem deutschen Theaterstück vermisse, war die kritische Reflektion der deutschen Nation. Macht aber nicht's! Mir hat dieses Spektakel so gut gefallen, dass ich auch nächstes Jahr das Vergnügen haben werde es mir ein zweites mal anzuschauen. In einem Jahr wird sich herausstellen, ob sich etwas grundsätzlich an meiner Kritik geändert hat oder nicht. Also bis in einem Jahr, dann werde ich einen ähnlichen Artikel dazu schreiben.

Montag, 7. Mai 2007

8. Mai - Weihnachten für Antideutsche



Thanks to Braeburn for the pic!!!

Mittwoch, 28. März 2007

Geschichtsrevisionismus deluxe, oder Deutschland Du Opfer

Vor wenigen Tage lief im Ersten Deutschen Fernsehen (ARD) eine Märchengeschichte die seinesgleichen sucht. Mit "Die Flucht" wurde der Streifen, der bei jedem kritische denkendem Menschen einen Brechreitz hervorrufen sollte, betitelt. "Die Flucht aus der Realität zur Täter-Opfer-Verdrehung", wäre ein geeigneter Titel für die gequirrlte Scheiße, die dort verzapft wurde.

Schon die erste Szene gibt zu denken. Hört man dort von Alliierten Bombenangriffen auf Deutsche Städte, die nun sogar tagesüber geflogen werden. Die armen Deutschen fürchten um ihr Leben und sogar das süße, arme, arische Mädchen muss auf's Land evakuiert werden. Dass ihr der Abschied von der arischen Mutter schwerfällt rundet die Szene gut ab.

Wer ist hier Opfer und wer ist Täter?

Die deutsche "Zivilbevölkerung" die maschierte oder ein paar wenige, die "nur" schwieg; oder sind es die sechs Millionen jüdischer Shoahopfer? Sind es nicht die tausenden von unschldigen Menschen die von Deutschen vertrieben, unterworfen, versklavt, gefoltert und auf eine nie dagewesene Art jedes Lebensrechtes beraubt wurden? Sind nicht die Opfer, die ihre Männer und Väter an der antifaschistischen Front verloren; sind nicht die Frauen, Kinder, alte und Kranke Opfer, die, von Hunger, ermüdener Arbeit, Angst und Verantwortung, geplagt, die Soldaten auf materieller und psychologischer Ebene im Krieg gegen den Faschismus unterstützen mussten? Sind nicht diese Menschen Opfer? Und womit haben sie so ein schreckliches Schicksal verdient? Wegen Hitler? Nein. Wegen den Deutschen. Hitler hat nie jemanden erschossen (außer sich selbst), nein es waren die Deutschen die die abscheulichsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte ausführten.

Ich erwähne dies, da sich durch den ganzen Film eine "Der Führer is Schuld"-Mentalität zieht. Der "Führer" hat befohlen, natürlich; aber die Deutschen haben es umgesetzt. Und dafür gibt es keine Rechtfertigung! Adolf Hitler hat sein Buch "Mein Kampf", indem er Krieg, Rassismus, Antisemitismus, die Auslöschung des Marxismus und die Unterjochung der Welt zur Lösung der "Raumfrage" propagierte, bereits 1924 geschrieben, im Juli 1925 wurde es in erster Ausgabe veröffentlicht. Mit 12 Reichsmark war es zudem erschwinglich und die zahlreichen Reden Hitlers bis 1933 machen unmissverständlich klar, dass jede deutsche Bürgerin und jeder deutsche Bürger wusste, welche Grundzüge Hitlers Politik beinhalten würde. Von "ich wusste das doch nicht..." kann keine Rede sein. Der deutsche Michel ist Schuld!

Im weiterem Filmverlauf wird neben den Alliierten, antifaschistischen, Friedensbombern auch die Rote Armee dämonisiert und der Barbarei angeklagt. Die Hauptdarstellerin erklärt, dass sie "die Grausamkeit dieses Krieges" das Erste mal zu sehen bekommt, als die "Rote Armee auf Deutschen Boden stand". Natürlich, wer könnte schon barbarischer sein, als die Bolschewisten? Von nichts gewusst, 'ne schlechte Tarnung, ob Du dir das selber glaubst, hier kommt die Warnung!
Im krönendem Schluss der Ersten Hälfte des zweiteiligem Films, werden zwei sowjetische Panzer gezeigt, wie sie auf einen adligen Hof rollen. Die Soldaten stürmen das Haus und erschießen einen deutschen Butler; der Hausbesitzer hat bereits Selbstmord begangen. Was könnte den ersten Teil besser abrunden als ein "Kriegverbrechen" der Alliierten, gegen die deutsche "Zivilbevölkerung" und "Opfer"?

Auch vor dem Westen machen die Anschuldigungen nicht halt. So wird mehrmals erwähnt, dass deutsche Soldaten an der Westfront, kurz vor Paris, gefallen sind. Sind etwa die Deutschen Opfer? Die Angreifer sollen Opfer sein? Jede/r ist in diesem Krieg mehr Opfer gewesen als die Deutschen es waren!