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Mittwoch, 16. April 2008

Immernoch "Kein Bock auf Nazis"


Da die von ZSK ins Leben gerufene Kampagne Kein Bock auf Nazis bekannt sein dürfte, spare ich mir an dieser Stelle grundsätzliche Erklärungen dieser.
Inzwischen wurde mit Hilfe des antifaschistischen Presse Archivs und Bildungszentrums Berlin e. V. (kurz: apabiz) eine zweite Schülerzeitung (hier geht es zur ersten Zeitung) entworfen und eine viertel Million mal gedruckt.
Für 10€ Versandkosten können sich nun alle Interessenten wahlweise 200 oder 400 Exemplare der zweiten Zeitung zuschicken lassen. Auf der Seite der Kampagne heißt es dazu:

So funktioniert die Bestellung der Zeitungen:

Überweist uns einfach 10 Euro für die Versandkosten auf folgendes Konto:

Kontoinhaber: Apabiz
Kontonummer: 332 08 00
BLZ: 100 205 00
Bank für Sozialwirtschaft
Verwendungszweck: „Spende Kein Bock auf Nazis“

Dann schreibt uns eine kurze Mail (kban@apabiz.de) mit eurem Namen, der Postadresse (kein Postfach) und von welchem Konto aus ihr an uns überwiesen habt. Und natürlich ob ihr 200 oder 400 Exemplare haben wollt. Sobald das Geld da ist, schicken wir das Paket so schnell es geht an euch raus. Natürlich legen wir so viel zusätzliches Material (Broschüren, Flyer, Poster und Sticker) wie möglich bei.

Wir freuen uns schon wieder auf Eure tatkräftige Untersützung beim Verteilen der Zeitungen. Auf das wir den Nazis gemeinsam zeigen, dass sie nicht erwünscht sind!
Warum schreibst Du immernoch nicht an Deiner Überweisung?

Einen zweiten Film soll es ebenfalls bald geben. Sobald dieser erschienen ist, wird es ihn auch auf diesem Blog, eingebunden als Livestream, geben. Der Erste folgt in wenigen Tagen.

Wer so lange nicht warten mag, kann ihn natürlich auch kostenfrei und legal herunterladen.

PS: Websitebetreiber können sich auch folgenden Code in den head-Bereich ihrer Website kopieren:

Das Ergebnis sieht man oben links in der Ecke meines Blogs.

Sonntag, 20. Januar 2008

Donnerstag, 16. August 2007

Do we have social mobility?

English homework:
Do we have social mobility? / Is it possible to change classes?

Yes, changing classes is possible in postmodern communities like the german. But usually it's very difficult to get a good education, if you are poor. Parents have - for example - to pay for books, school trips etc. People living in poor quaters are often treaten different - of course in a negative meaning - compared with opulent pupils. Also many people, whose parents or maybe themselves came from a different country to Germany, usually don't get a good education! Vernor Muñoz, Special Rapporteurs of the UN for education said that the german schoolsystem is discreminating poor kids, migrants and handicapped people.

I think the question is wrong. The right question would be: "Why do we have classes and would live without classes be better?"
Maybe I'll answer these questions...anytime.

Samstag, 11. August 2007

le retour des qualités morales allemandes

Nein, der Artikel ist natürlich nicht in französischer Sprache. Dafür beherrsche ich sie nicht mal annähernd gut genug. Dennoch widerstrebt es mir einen Artikel "die Rückkehr deutscher Werte" zu nennen.
Durch den Verlauf der deutschen Geschichte ziehen sich verschiedene Werte, die als deutsch deklariert werden können. Die Schaffung der deutschen Nation, geht - im Gegensatz von z.B. der Schaffung der USA - vor allem auf die gemeinsame Abstammung und Kultur zurück, also auf rassistische Prinzipien. Die Grenzen wurden und werden seid je her gegen "Nichtdeutsche" gezogen.
Die Nation ist ein Kollektivsubjekt, welches sich als handlungsfähig zu erweise hat und dem sich die einzelnen Subjekte aktiv hinzuwenden bzw. unterzuordnen haben. Das bedeutet, dass sich in der Nation das Individuum mit der Allgemeinheit zu identifizieren hat. Sie, die Nation, erweist sich als maßgebliche Form, in der Individuen in das System kapitalistischer Ausbeutung integriert werden. [1] Zur Zeit der "Erfindung" der deutschen Natzion, grenzte sich diese zum einem gegenüber dem bürgerlich-revolutionären Frankreich nach außen, und den als volksfremd begriffenen Jüdinnen und Juden nach innen ab. Es entstand ein antidemokratischer deutscher Obrigkeitsstaat. Die Politik galt dieser Gemeinschaft seit jeh her als etwas übergeordnetes und volksfremdes. Darum konnte Demokratie, also die Einflussnahme der Massen auf den politischen Prozess, auch erst spät - durch die Alliierten Siegermächte des zweiten Weltkrieges - eingeführt werden, was wiederrum auf eine Indifferenz der Deutschen zum demokratischen System und politischer Mitbestimmung schließen lässt. [2]

Deutschland grenzte sich seit jeh her gegenüber emanzipatorischen Erkenntnissen ab. So wurden auch Kommunisten oder andere Linke, Homosexuelle, behinderte Menschen, Arbeitsunwillige, Sinti, Roma, neben Jüdinnen und Juden als "undeutsch" und dem Volkskörper fremd empfunden. Es verwundert nicht, dass diese Gesellschaft die völkische Ideologie hervorbrachte, die ihren menschenverachtenden Höhepunkt im Nationalsozialismus fand. Mit, direkter oder indirekter, Unterstützung der deutschen Bevölkerung wurde so die volksgemeinschaftliche Ordnung von "Blut und Boden" mit Krieg und Massenmord in Vernichtungslangern zum Verhängniss der "Nichtdeutschen" praktiziert. Gestoppt werden konnte die von Deutschen als Verteidigungkrieg gegen das "Anti-Volk" begriffene Vernichtung, nicht durch Vernunft, sondern durch alliierte Militärgewalt.

Spätestens im Zuge der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten, der BRD und der DDR, skizzierte sich das völkische Denken wieder in rassistischen Pogromen gegen MigrantInnen. Erinnert sei hier an Mölln, Solingen, Rostock-Lichtenhagen, Hoyeswerda und die "Boot ist Voll"-Rhetorik bürgerlicher Parteien, sowie der Änderung des Asylrechts, welches seid 1993 de facto abgeschafft ist.

Sollte die Entstehung der deutschen Nation und ihre Entwicklung sowie das Bewusstsein der Deutschen mit Werten skizziert werden, so wären diese vor allem Autoritätsbezogenheit, Pflichtbewusstsein, Arbeitswahn, Ordentlichkeit, Pünktlichkeit, Nationalismus - daruas resultierend - Antisemitismus, Rassismus und Kollektivismus. Individualismus galt und gilt als Fremdwort. Um es mit den Worten, der Nazis aus den "Nazis vs. ..."-Videos - die es bei Youtube gibt - zu sagen "Nichts für uns, alles für's Vaterland!"

Bemerkbar machte sich diese Tradition auch in den, nun eingeführten, Kopfnoten. Hier stehen Pflichtbewusstsein, Arbeitswahn, Pünktlichkeit sowie Kollektivismus an erster Stelle. Zugegebenermaßen gibt es auch positive Aspekte. Für die Note in "Selbständigkeit" sind z.B. Dinge wie "nehmen Beratung und Unterstützung in Anspruch", "fordern Rückmeldung ein", "beobachten und reflektieren Lernwege und Lernfortschritte" relevant. Unter dem Aspekt "Konfliktverhalten" gibt es den Unterpunkt "benutzen eine Sprache, die andere nicht diskreminiert". Dies ist natürlich positiv hervorzuheben. Die Frage die sich nun stellt ist eher eine Allgemeine. Wie gerecht können Leherinnen und Leherer die Kopfnoten für ihre Schülerscharen überhaupt vergeben? Und kommen sie überhaupt in die Position gerade die Selbstständigkeit überhaupt angemessen zu beurteilen?

Pflichtbewusstsein, Arbeitswahn, Ordentlichkeit und Pünktlichkeit werden dafür umso eindeutiger verlangt. Exemplarisch dazu ein paar Unterpunkte:
Die Schülerinnen und Schüler

  • arbeiten konzentriert und über einen längern Zeitraum,
  • strengen sich auch bei ungeliebten Aufgaben und Anforderungen an,
  • fragen nach und verlangen Klärung, wenn sie eine Aufgabe oder einen Arbeitszusammenhang nicht verstehen,
  • erkennen Schwierigkeiten, fragen nach, holen sich Unterstützung, ohne frühzeitig aufzugeben
  • suchen neue Aufgaben und zeigen Initiative
  • zeigen Interesse an neuen Themen und Aufgabenstellungen und nehmen diese in Angriff
  • erscheinen pünktlich zum Unterricht und zu vereinbarten Terminen
  • halten Absprachen gewissenhaft und zuverlässig ein
  • erledigen Aufgaben vollständig und termingerecht
  • führen Hefte und Arbeitsunterlagen ordentlich und nach den vereinbarten Vorgaben
  • halten Lern- und Arbeitsmaterialien in ordentlichem Zustand bereit
  • gehen mit Büchern, Materialien, Geräten, usw. verantwortungsbewusst und sachgerecht um
Mögen diese Unterpunkte z.T. auch sinnvoll sein, skizzieren sie jedoch ohne Zweifel eine Manifestierung traditioneller deutscher Werte.

Getreu dem Motto "Gemeinnutz geht vor Eigennutz" richten sich viele Unterpunkte zur Ermittlung der Kopfnote gegen die Individuen. Diese Parole ist nicht nur ein Erbe des Faschismus, welches sich auch sinngemäß in Gesetzen der BRD findet, sondern richtet sich auch gegen die persönliche und individuelle, freie Entfaltung der einzelnen Individuen.
Hierzu gehören die folgenden Unterpunkte:
Die Schülerinnen und Schüler
  • nehmen Aufgaben und Pflichten für die Klasse/Gruppe wahr,
  • übernehmen Verantwortung für Entscheidungen und Belange der Klasse/Gruppe,
  • vertreten Interesse anderer, auch wenn sie sich nicht vorrangig mit den eigenen Bedürfnissen decken,
  • schlichten Streit
  • sind bereit eigene Interessen zurückzustellen, wenn es die Ziele des Team erfordern

Hier gilt eindeutig nicht der Individualismus, mit der Selbständigkeit ist es lange vorbei, sondern der Kollektivismus, das "wir" zählt. Volksgemeinschaft vom feinsten!

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[1] vlg. "I Can't Relax in Deutschland"
[2] vgl. "Was bedeutet Aufarbeitung der Vergangenheit" von Theodor W. Adorno

Mittwoch, 8. August 2007

Samstagsunterricht!?

Schulpolitik in Deutschland ist bekanntermaßen eine riesen Katastrophe. Ob das nun Kopfnoten, immer frühere Einschulung, immer weniger Wahlmöglichkeiten für die Oberstufe, die Verkürzung auf zwölf statt 13 Jahre bis zum Abitur oder die immer größere finanzielle Forderungen an die Eltern und gleichzeitig die Kürzung finanzieller Mittel für Schulen sind; all dies skizziert eindeutig die aktuelle Linie der deutschen Schulpolitik. Kein Wunder, dass nun der nächste Knaller, Unterricht am Samstag, im Gespräch ist.

Dank der Verkürzung auf zwölf Jahre bis zum Abitur muss mehr Stoff, in weniger Zeit als früher, in die Köpfe der Lernbegierigen gestopft werden. Die Folge aus der Situation ist logisch: mehr Schulstunden in weniger Gesamtzeit. Wurde daraufhin bereits in der Sekundarstufe I Unterricht bis zur achten Stunde gegeben, musste endlich festgestellt werden, dass Kinder nicht acht Stunden am Stück lernen oder sich konzentrieren können. Für Unterricht am Nachmittag fehlt jedoch die Kohle. Also wird es Schulen jetzt freigestellt samstags zu unterrichten. Über den Samstagsunterricht soll die Schulkonferenz - bestehend aus Lehrern, Eltern und Schülern - in Absprache mit dem Schulträger individuell für jede Schule entscheiden. Begeistert wird sich wohl kaum jemand zeigen. Weder die Eltern, die sich auf's Wochenende mit den Sprösslingen freuen noch die Lehrer, deren Gewerkschaft (VBE) sich alles andere als Begeisterung äußerte, wie auch die Gwerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Von den Schülern, die Hauptbetroffenden, mal ganz zu schweigen.

Wäre ich Reformist würde ich jetzt 14 Unterrichtsjahre bis zum Abitur fordern. Da ich kein Reformist bin, stellt sich für mich eher die Frage ob nicht das gesamte deutsche Schulsystem ein einziger riesiger Irrweg ist.
Erst kürzlich erklärte Vernor Muñoz, Inspektor der UN-Menschenrechtskommission für Bildung und seit August 2004 amtierender Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung, dass deutsche Schulsystem würde sozial schwache Kinder sowie Migranten und Behinderte benachteiligen. Sind die Konsequenzen, welche aus PISA und Ifo-Studie gezogen wurden, richtig? Oder ist das (Schul-) System garnicht reformierbar?

Unterricht am Samstag ist sicher keine richtige Konsequenz. Da Lernen eine individuelle Angelegenheit ist, muss in erster Linie für die Motivation der Individuen gesorgt werden. Motivation wird aber nicht durch mehr Unterricht erzeugt. Hier zeigt sich ein weiteres Problem. Unterricht wird nicht individuell sondern kollektiv vermittelt. Eine bessere Option wären kleine Klassen, damit die individuelle Förderung - am besten im Dialog, statt Monolog - verstärkt praktiziert wird.

Montag, 18. Juni 2007

Über BIZ, Verwertung und Konkurrenz

Der heutige Tag zeigte mir wieder, wie sehr das kapitalistische System auf Verwertung von Lebewesen und Zwängen aufbaut. Ausschlaggebend dafür waren ein Beusch mit meiner Klasse in einem Berufsinformationszentrum (BIZ).

Die Odyssee nahm seinen Ursprung in vorrangegangenen Politikstunden, in denen wir darauf getrimmt wurden unsere Fähigkeiten und Verwertbarkeit zu bestimmen. Zu Beginn malten wir Zukunfstpläne und berechneten wiviel Geld wir verdienen und welche (schulische) Laufbahn wir einschlagen müssen um diese Wunschvorstellungen verwirklichen zu können. Später bekahmen wir Zettel, auf denen Fähigkeiten wie handwerkliches Geschick, Sorgfältigkeit, Interesse, Zuverlässigkeit usw. abgefragt wurden. Bevor wir uns selbst einschätzen durften, mussten wir allerdings MitschülerInnen bewerten. Die Schätzungen (Fremdeinschätzung und Selbsteinschätzung) wurden, abegeglichen und ein Persönlichkeitsprofil erstellt, welches unsere individuellen Stärken und Schwächen aufzählt. Damit war der erste und gleichzeitig der wichtigste Schritt geschafft, der uns kategorisiert und auf Arbeitswesen, die sich unterzuordnen haben, reduziert.

Das BIZ selbst ist ein schönes, großes und modernes Gebäude. Empfangen wurden wir in einem Konferenzsaal in den Schätzungsweise 60 Personen passen, inklusive Tischen und Stühle für alle Personen, Tafeln und einer vortragenden Angestellten. In einem anderem Raum fanden wir ungefähr 20 Computer, inklusive eigenen Drucker, Regale voller Informationsmappen und Broschüren vor. Ein wahrlich großzügiges Angebot! An den Computern konnten wir stundenlang nach Berufen recherchieren, Dokus zu Berufen ansehen und Informationen in unbegrenztem Ausmaße ausdrucken. Zu dem Beruf JournalistIn habe ich bspw. 51 Seiten ausgedruckt, was sicher als durchschnittlicher Papierverbrauch pro Kopf angesehen werden kann. Abgesehen von unserer Klasse war kaum jemand anwesend. Was macht das BIZ eigentlich, wenn gerade keine SchülerInnen dorthin verschleppt werden?
Nun sollte die Frage aufkommen, warum soviel Geld in ein Zentrum (sinnlos) investiert wird, welches der Arbeitsplatzvermittlung dient, obwohl das Geld an etlichen anderen Dingen fehlt! Verwiesen sei hier nur mal auf den sozialen Bereich, wo es erheblichen Geldmangel gibt. Die Anwort auf die Frage ist einfach. Wir stehen alle im Konkurrenzkampf und müssen unsere Arbeitskraft verkaufen, sofern wir nicht von Hartz IV "leben" wollen. Das wissen natürlich auch diejenigen, die diese Arbeitskraft einkaufen. Sie müssen wiederrum, auf Grund von Konkurrenz, möglichst Menschen einstellen die ihrem Geschäftszweck - der Kapitalmaximierung - am dienlichsten sind. Ein BIZ dient dazu, Menschen vorzufiltern und die Konkurrenz weiter anzuheizen, damit sich die ProletarierInnen weiterhin um die Gnade der Kapitalisten streiten. Diese Konkurrenz impliziert natürlich immer VerliererInnen, weßhlab Konkurrenz aufgehoben werden müsste um stattdessen einen erträglichen Zustand für alle Lebewesen zu schaffen.

Donnerstag, 3. Mai 2007

Deutsche Sprache, schwere Sprache!

Nach PISA, entschieden sich PolitikerInnen auch GymnasieastInnen am Ende der 10. Klasse eine zentrale Abschlussprüfung in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch schreiben zu lassen. Doof nur, dass auch das Deutsch der AufgabenstellerInnen auf der Strecke geblieben ist. Liest man als SchülerIn den Satz "Welcher Anteil aller Autokäufer ist 25 Jahre oder älter sind?" fragt man sich doch, wer hier kein Deutsch kann.

Samstag, 10. März 2007

Sperrt die Jugend weg!

Nun ist es beschlossene Sache. Jugendliche Straftäter dürfen auch nach verbüßter Haftstrafe in Sicherheitsverwahrung genommen werden. Im Klartext heisst das, dass Jugendliche Täterinnen und Täter, nach einer Gefährlichkeitsprognose, auch nach verbüßen der Haftstrafe weiter inhaftiert werden können. Diese Gefährlichkeitsprognose muss zwar mindestens einmal im Jahr erneuert werden, aber es ist denkbar, dass Menschen so ihr Leben lang in Haft bleiben können. Konkret sieht es im Gefängniss so aus, dass sich die Menschen den Gefängnisbedigungen anpassen und gehorchen müssen. Wer nicht genügend Anzeichen für seine/ihre zukünftige Ungefährlichkeit bietet, muss bis zum letzten Tag der Haft abwarten ob er/sie nun frei kommt oder - auch wenn im Urteil nie von (möglicher) Sicherheitsverwahrung die Rede war - weiterhin einsitzen muss. Bringen wir das ganze auf eine einfache Formel: "Friss oder stirb!"

Auch muss man sich die psychologischen Konsequenzen für die Häftlinge klarmachen. Sie bleiben die ganze Zeit in der Ungewissheit, wann sie wieder frei kommen. Wie soll sich so eine enorme psychologische Belastung positiv auf eine Resozialisierung auswirken?! Fest steht, dass die Resozialisierung von Langzeitgefangenen heute schon ein grosses Problem ist. Da möchte ich mir garnicht ausmalen, wie dieses Problem bewältigt werden soll, wenn junge Menschen auf Grund von Anpassungsschwierigkeiten und psychologischem Druck auf unbestimmte Zeit festgehalten werden dürfen.

Für Widerholungstäter, Schwerverbrecher und vorallem ältere Menschen, die sich bereits weitestgehend entwickelt haben, mag eine Sicherheitsverwarung noch diskutabel sein. Junge Menschen, die sich noch entwickeln, verbaut man aber die Zukunft - wer stellt schon einen Ex-Häftling ein, vorallem da es genug andere BewerberInnen gibt?

Anstatt die TäterInnen mit Methoden zu bestrafen, die sie möglicherweise selbst anwendeten (warum macht den Staat besser, wenn er die selben Methoden wie sie die TäterInnen anwendeten?), sollte den Gründen für die Taten nachgegangen werden. Drei Viertel der jugendlichen GewalttäterInnen haben höchstens einen Hauptschulabschluss. Auch spielt der soziale Stand eine entscheidende Rolle. Der sinnvollste Ansatz Gewalt zu verhindern, ist also in Händen der Bildungspolitik! Laut Christian Pfeiffer (vom Niedersächsiches Kriminologischen Institut in Hannover) gibt es zudem nicht mehr Gewalt, sondern lediglich eine erhöhte Bereitschaft Delikte anzuzeigen.

Trotzdem sind sich alle PolitikerInnen einig, dass Erziehung der Weg zur Besserung ist. Da Erziehung meist Zwang und Anspassung ist, sind neue (schmerzhafte) Zwangsentladungen seitens der "zu bekehrenden" vorprogrammiert. Unterm Strich ist die ganze Debatte hierrum also nichts als Schall und Rauch dass garantiert das genaue Gegenteil von dem erreichen wird, was es erreichen will!